Eine App, die vom Handy wegführt
Bastelhelden gibt Kindern jede Woche einen Auftrag: etwas bauen, etwas malen, etwas werkeln. Die Aufgabe kommt nicht von der App, sondern von den Eltern. Und wenn das Werk fertig ist, wird es fotografiert und an jemanden geschickt, der sich darüber freut.
Das Handy ist dabei nur Werkzeug. Es bringt den Auftrag, es macht das Foto, es verwahrt die Werke. Gearbeitet wird am Tisch.
Wo kleine Hände Großes erschaffen
Kennst du das Strahlen in den Augen deines Kindes, wenn es stolz etwas Selbstgemachtes vorzeigt? Ein Boot, das wirklich schwimmt. Eine Kastanienfigur. Ein Bild, auf das es eine Stunde lang nicht vom Tisch wollte.
Genau darum geht es hier. Bastelhelden gibt den Anlass – den Rest macht ihr selbst.
So läuft eine Woche
Du suchst einen Auftrag aus. Zehn Vorschläge liegen bereit, vom Papierflieger bis zum Vogelhaus. Oder du denkst dir selbst etwas aus. Dazu legst du fest, was bereitliegen soll – und wann du Zeit hast.
Dein Kind findet einen Umschlag.
Wenn es die App öffnet, wartet dort ein versiegelter Auftrag. Es macht ihn auf, liest, was zu tun ist – und dann verabschiedet sich die App bis zum Abend. Jetzt ist der Esstisch dran.Ihr werkelt gemeinsam. Zum vereinbarten Termin zeigst du deinem Kind eine Sache: wie man eine Feile führt, wie man einen Faden vernäht, wie man Farben mischt. Zwanzig Minuten reichen. Das ist der eigentliche Teil – und oft der, an den sich beide noch Jahre später erinnern.
Das Werk kommt in die Werkstatt. Am Abend fotografiert dein Kind, was entstanden ist. Das Foto bleibt in eurer Werkstatt, der Sammlung aller Dinge, die es gebaut hat. Und wenn ihr wollt, geht es noch an Oma – ein Foto, über das sich jemand freut, ist mehr wert als jeder Punktestand.
Die Kinderwoche. Jede vierte Woche kommt der Auftrag vom Kind selbst. Es wünscht sich ein Projekt, die Eltern besorgen das Material, eine Woche später geht es los.
Was Bastelhelden nicht macht
Keine Werbung. Keine Anzeigen, keine Zusatzkäufe, keine Bezahlschranke.
Keine Daten. Alles bleibt auf dem Gerät der Familie. Kein Konto, kein Server, keine Kinderfotos im Netz.
Keine Endlosschleife. Die App hat einen Anfang und ein Ende. Wenn der Auftrag gelesen ist, verabschiedet sie sich bis zum Abend. Es gibt nichts zu scrollen und nichts zu sammeln.
Keine Punkte, keine Sterne, keine Bestenlisten. Das Lob kommt von Menschen – von der Oma, die eine Sprachnachricht zurückschickt.
Für wen ist das gedacht
Für Kinder etwa zwischen sechs und elf Jahren. Die Kleinen malen und kleben, die Größeren sägen und bohren – die Aufträge stellen ja die Eltern, und die wissen, was ihr Kind schon kann.
Und für Erwachsene, die das Gefühl haben, dass ihr Kind zu viel vor dem Bildschirm sitzt, denen aber Verbote allein zu wenig sind.
Warum es diese App gibt
Als Kind hat mir mein Vater gezeigt, wie man einen Ständerbohrer bedient. In den Keller durfte ich nur mit ihm. Aber ich wusste, wo das Holz liegt und wo die Bohrer sind – und irgendwann kam mir die Idee, meiner Oma ein Steckspiel aus Holz zu bauen.
Niemand hatte mir diese Aufgabe gestellt. Sie ist entstanden, weil ich etwas konnte, weil Material da war und weil es jemanden gab, dem ich etwas schenken wollte.
Genau diese vier Zutaten will Bastelhelden in Familien wahrscheinlicher machen. Die App kann die Stunde im Keller nicht ersetzen. Sie kann nur dafür sorgen, dass sie stattfindet.